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 Wie Elstern zu Amseln werden

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hypergatomon
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BeitragThema: Wie Elstern zu Amseln werden   Fr Jul 02, 2010 7:28 am

Vorwort

Das geübte Auge hätte es natürlich sofort erkannt. Was es erkannt hätte? Natürlich, dass aus Elstern keine Amseln werden und nicht umgekehrt. Das geübte Auge hätte auf die Farbe des Schnabels geachtet. Aber natürlich tat ich das nicht. Und lernte eine wichtige Lektion: Das Gut und Böse subjektiv sind. Aber das führe ich im Nachwort jedem noch vor Augen. Und da sind wir wieder bei den Augen. Aber bevor ich euch jetzt einen langweiligen Vortrag halte, beende ich hiermit das Vorwort und berichte euch von dieser wahren Geschichte.

Gefundener Segen

"Hast du Lust, dich um drei Vogelbabys zu kümmern?", fragte mein Vater plötzlich. Sofort fuhr ich den PC herunter und sprang auf. "Klar!", war meine Antwort und ich lief zu der Haustüre um mir sogleich Schuhe anzuziehen. Während wir über die Straße gingen erklärte mein Vater mir, dass eine Frau ihm die Vogelkinder gezeigt hatte. Schnell liefen wir zu dem Fleckchen Wiese, in der die Kleinen hockten. Eins, zwei, drei... Vier! Vier kleine Vögelchen! Doch leider waren zwei von ihnen schon tot... man konnte nichts mehr für sie tun. Also nahmen wir (besser gesagt mein Vater) die kleinen Racker mit und brachten sie in die Wohnung. Dort wurde ein merkwürdiges Nest gebaut: Es bestand aus einem Wäschekorb und war mit einem alten Handtuch ausgelegt. Dann fiel mein Blick auf die Uhr und ich stellte fest, dass ich zum Nachmittagsunterricht fahren sollte. So schnell ich konnte, verabschiedete ich mich von der beiden Vögelchen und raste zur Schule. Noch nie waren mir zwei Schulstunden so lange vorgekommen! Als dann endlich das Warten ein Ende hatte und ich geschulter entlassen wurde, stieg ich auf mein Fahrrad und war binnen weniger Minuten bei meinen Vögelchen. Einen Namen hatte ich schon: Xenie. Aber wer sollte so heißen? Nun, ein Vögelchen war etwas brauner, dieses taufte ich dann Xenie. Oder besser gesagt diese. Zufrieden sah ich auf die beiden und streichelte sie vorsichtig. "Ist ja gut", beruhigte ich die Kinder der unbekannten Vogelart, "Euch geht es hier gut, dafür sorge ich!"

Es sind Elstern!

"Weißt du, was das für Rabauken sind?", fragte mich mein Vater, als ich von der Schule kam. Unwissend verneinte ich. "Es sind Elstern", erklärte er mir, "Dieses weiß-blaue an den Federn haben auch Elsterkinder" Ich war mir sicher, dass es Elstern waren, ich hatte keinen Zweifel daran. Und so taufte ich das zweite Vögelchen "Elstie"...

Nun, ich spielte viel mit ihnen. Und ich ging auch oft mit ihnen auf die Wiese, auf der sie laufen lernten oder übten. Wie auch immer, in dieser Nacht konnte ich schnell einschlafen. Innerlich machte ich mir eine Notitz: 7.6.2010: Zwei kleine Elstern gefunden...

Was denn nun?

"Scheinbar sind es doch keine Elstern", sagte mein Vater und überrascht sah ich zu den Vögeln. "Es sind Amseln"
Amseln! Natürlich! Warum war mir das nicht aufgefallen? Auf einer Website habe ich doch eine Geschichte gelesen, an deren Rand Bilder zu sehen waren und hatte das Bild dort erblickt: Sah aus wie Elster, hat aber gelben Schnabel...
Ach, wie peinlich! Das erfahre ich nun 3 Tage, nachdem ich sie gefunden habe, 3 Tage, in denen ich voller Aufregung in vielen Foren Themen eröffnet habe. Ach, das ist mir nun wirklich peinlich... Schnell habe ich mich korrigiert und verbessert, wo es nur ging und auch die Videos von ihnen auf Youtube wurden schnell umbenannt. Ein Zwischenname musste her... Rabauke! So, aber wie nenne ich ihn nun, wo er eine Amsel ist? Also, "Xenie" passt ja auch zu einer Amsel, aber "Elstie" wohl kaum...
Eine Zeit lang sehe ich "Rabauke" an und betrachte ihn. Nein, dieser Name muss ersetzt werden! Dieser Vogel sieht würdevoll und anmutig aus... Wie Zorro... Zorro... Zaro... Zaro... Zaro! Der Vogel hat also nun seinen Namen und scheint mir damit um einiges zufriedener zu sein. So, jetzt sind die Elstern also zu Amseln mutiert.
Und was werden wir daraus lernen? Ganz einfach, dass wir niemals auslernen werden! Und warum werden die, die das Nachwort lesen, erfahren, warum Gut und Böse subjektiv sind? Nun, wer das wissen will, sollte das Nachwort lesen.

Nachwort

Bevor die Singvögel ein Nest auf dem Balkon bauten, hatte ich mich nicht sonderlich für Vögel interessiert. Zur Zeit sind sie mein Leben. Doch was hat das mit Gut und Böse zu tun? Nun, ich habe mich um diese Vogelkinder gekümmert, obwohl ich glaubte, dass es Elstern waren. Denn das Nest der Singvögel wurde von einer Elster attackiert. Diese wurde verscheucht und ein Schutz wurde gebaut. Damals war die Elster böse. Heute ist sie weder Gut noch Böse, denn dies ist Ansichtssache, das habe ich gelernt. Und auch, dass man sich immer irren wird lernte ich. Denn warum wurden sonst aus den Rotkehlchen auf dem Balkon Hausrotschwänze? Doch darüber will ich ein eigenes Büchlein schreiben. Und ich verspreche euch, ich werde dieses Buch schreiben. Aber bis dahin bleibt noch viel Zeit und zum Abschied sage ich:

TSCHIEP!
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